Völlig losgelöst in Aumühle

Ganz frisch eingetroffen im Rasenturnier-Saison-Vorbereitungsangebot: der Füchse-Cup, erstmals ausgerichtet von der TuS Aumühle-Wohltorf. Das HandballTeam Norderstedt folgte dem Ruf der Aumühler Füchse am 22. Juni – die mJE-1 und mJE-3 nahmen die etwa einstündige Autofahrt Richtung Reinbek auf sich.

Wie schon beim Pfingstturnier in Fahrenkrug, ging Head-Coach Andrea Lamp neue Wege. „Wir wollen uns in der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit auch mit unbekannten, idealerweise starken Teams messen. Das geht am Leichtesten auf solchen Turnieren, die finden aber nicht immer ums Eck statt.“

Schwimmbad-Pommes und Party-Mucke
Die Anreise lohnte sich. Auf der schönen Aumühler Sportanlage wurde bei schwül-warmen Temperaturen einiges geboten. Durch freundliche Parkeinweiser, lautstarke Party-Mucke, witzige Durchsagen vom Turnierwagen, Hüpfburgen, ein lebensgroßes Tischkicker-Fußball-Feld, Würstchen vom Grill mit Schwimmbad-Pommes und viele nette Helfer entstand Wohlfühl-Atmosphäre. Als beim Warm-up die EM-Hymne von Major Tom aus den Boxen dröhnte, grölten alle im Chor: „Völlig losgelöst von der Erde.“

Die 1. männliche E-Jugend des HTN hatte im A-Cup gemeldet. Diesen Schritt wagten ansonsten nur noch drei lokale Vereine, so dass eine Vierer-Gruppe ohne K.o.-System gebildet wurde. Alle Teams traten jeweils zweimal gegeneinander an. Wer in der Endabrechnung die meisten Punkte auf dem Konto hat, ist Sieger des Füchse-Cups. Kontrahenten um den Turniersieg waren der TuS Aumühle-Wohltorf, der VfL Geesthacht und die SG Glinde-Reinbek.

Einmal mehr bestand die Herausforderung darin, Stamm-Keeper Oskar Tischler adäquat zu ersetzen, der mit einem gebrochenen Finger zum Zuschauen verdammt war. Die Wahl fiel auf Elsa Conring, Torfrau der 1. weiblichen E-Jugend und frisch gebackene Hamburger Meisterin. Oskar Tischler fuhr trotzdem als Supporter mit, was ihm von seinen Teamkollegen und dem Trainer-Trio hoch angerechnet wurde. Er sah, wie seine Vertretung Elsa einen Sahnetag zwischen den Pfosten erwischte und mit starken Paraden maßgeblich zum Turniererfolg beitrug.

Effizientes HTN-Spiel in der Hinrunde
Die Gegner wirkten alle ein wenig übermotiviert. Schon in den ersten Begegnungen waren Schauspiel-Einlagen und leichte Rempler an der Tagesordnung. Nach der obligatorischen Abtast-Phase in den ersten Minuten fand die mJE-1 aber jeweils zu ihrem flüssigen und effizienten Spiel. Folgerichtig konnte das HTN in der „Hinrunde“ drei Siege gegen drei zuvor unbekannte Mannschaften feiern: 16:6 versus VfL Geesthacht, 7:4 vs. SG Glinde-Reinbek und 11:2 gegen Gastgeber TuS Aumühle-Wohltorf.

Die Stimmung im HTN-Lager jenseits der Tartan-Bahn unter lauschigen Bäumen war entsprechend losgelöst. Doch Coach Andrea Lamp warnte, dass diese konzentrierte Leistung in der „Rückrunde“ erneut abgerufen werden müsse und der Weg zum Turniersieg kein Spaziergang werden würde.

Angepiekste Gegner hegen Revanche-Gelüste
Sie behielt recht, denn die Gegner waren ob der jeweiligen Niederlage angepiekst. Sportliche Revanche-Gelüste lagen in der Aumühler Luft. Gegen Geesthacht nahm die Schubserei derart Überhand, dass der Coach seine Jungs höchstpersönlich zurückpfiff und sich anschließend beim HTN-Anhang für die Unflätigkeit seiner Spieler entschuldigte.

Das HTN antwortete sportlich mit schönen Toren und konterte die Versuche der Kontrahenten, das „Hinrunden“-Ergebnis zu revidieren. Bravourös hielt es dagegen und die Intensität hoch. So standen erneut drei Siege in der „Rückrunde“ auf dem Zettel: 9:6 vs. Geesthacht, 14:5 vs. Glinde-Reinbek und 10:5 vs. Aumühle-Wohltorf.

Speziell die Gastgeber wollten es im „Rückspiel“ gegen die Norderstedter wissen. Mit forschem Ellenbogen-Einsatz und verbalen Fehltritten schossen die Aumühler aber meilenweit übers Ziel hinaus. Jonas Köster, der als zentraler HTN-Akteur besonders häufig in die Mangel genommen wurde, meinte nach Abpfiff: „Die haben eben alle unfair gespielt, jeder einzelne.“

Verlustpunktfrei zum Füchse-Cup-Sieger
So fühlte sich der unangefochtene Turniersieg mit 12:0 Punkten einsam an der Spitze besonders gut für die mJE-1-Jungs an. Torfrau Elsa erhielt Extra-Lob von ihren Team-Kollegen: „Elsa! Elsa!“, hallten die Sprechchöre über die Aumühler Anlage.

Andrea Lamp brachte es auf den Punkt: „Unsere Bank war richtig gut besetzt. Egal, wen ich reinbringe, die Qualität bricht nicht ab. Das ist ein großes Plus und machte heute den Unterschied.“

Respekt wurde dem Turniersieger auch auf der überreichten Urkunde gezollt: „Herzlichen Glückwunsch zum guten Abschneiden beim 1. Füchse-Cup 2024. HT Norderstedt 1 erreicht mit einer tollen Leistung, Fairness & Spaß den 1. Platz im A-Pokal. Danke für Eure Teilnahme. Wir sehen uns im nächsten Jahr!“

Für die mJE-1 des HTN traten in Aumühle an:
Liam Brunsch, Anton Conring, Elsa Conring, Pepe Fraatz, Kjell Kelting, Jonas Emil Köster, Samuel Krysler, Henning Luther, Niklas Ochel, Mateo Pillath und Oskar Tischler (Support).
Es fehlten: Bjarne Bauer und Mattis Unger.

Die mJE-3 macht den Halbfinal-Einzug klar
Ein grandioses Turnier spielte auch die mJE-3 des HTN im B-Pokal. Leicht ersatzgeschwächt angereist schaffte es der Trupp von Trainerin Bettina Noack, die Vorrunde zu meistern. Das 7:7-Remis gegen den TVV Neu Wulmstorf war hart erkämpft. Es folgte ein Kantersieg gegen die SG Glinde-Reinbek 2 (13:4). Der Sieg gegen den TuS Aumühle-Wohltorf 2 (8:5) bildete das Sahnehäubchen. Gruppensieger! Halbfinale!

Dort wartete mit dem TV Billstedt ein harter Brocken, der aber aus dem Weg hätte geräumt werden können. Vielleicht kostete die Vorrunde zu viele Körner. Das HTN war dran, unterlag aber letztlich mit 9:12. Etwas mehr Fortüne bei den Abschlüssen und das Final-Ticket wäre möglich gewesen. Der hohe Einsatz hatte seinen Preis. Kampfmaschine Ben Laubach fiel auf den Oberschenkel und für das Spiel um Platz 3 aus.

Die mJE-3 präsentierte sich als geschlossene Einheit. Auf zentraler Position gefiel Frederick Schüttler als Ballverteiler und Tor-Garant. Im Spiel um Platz drei war die Luft etwas raus. Nach einer 4:10-Niederlage gegen Neu Wulmstorf beendete HT Norderstedt 2 den Füchse-Cup auf einem guten vierten Platz.

Für die mJE-3 des HTN spielten in Aumühle:
Ben Laubach, Küdda Mayeres, Finn Meier, Aayush Pimple, Paul Rulffs, Damian Sanmann, Mathies Sass, Frederick Schüttler und Oskar Wolter.

Coaches: Andrea Lamp, Bettina Noack und Corinna Lang.

Text: Timo Reinke | Fotos: Eltern mJE-1/mJE-3 privat

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